Rezension ‚Die Bauretter‘: 6-Tage-Wunder mit ‚Plaste und Elaste‘ und einer Arbeiter’kompanie‘

Genauso wie GNTM die Wahrnehmung auf Frauen verzerrt, verzerrt ‚Die Bauretter‚ auf RTL II die Wahrnehmung in Bezug auf das Bauen.

Denn nur noch Trockenbau geht – konventionell, aber nicht traditionell.

Das Ergebnis ist Kulissenschieberei oder ein Potemkinsches Dorf unter vielfachem Einsatz von Petrochemie:

  • Paraffin-Horizontalsperre in feuchter Außenwand
  • EPS-Unterlage unter Fußbodenheizung
  • Ausgleichsmasse, die in 6 Stunden erstarrt
  • Duschabdichtung auf Gipskartonplatte
  • Flexkleber für die Fliesen
  • Acrylwandfarbe
  • Kunststoffhaustür (obwohl da aus Kostengründen auch viel Holzfeinspan verarbeitet wird)

Dann suggeriert der Zeitraum von 6 Tagen eine Schnelligkeit des Bauens, aber wenn rund 10 Leute 6 Tage 10 Stunden arbeiten, dann sind das 600 Mannstunden und je nach Entlohnung sind das dann 20.000,- bis 30.000,- Euro.

Der ‚Samariter-Einsatz‘ von vorher schon beteiligten Handwerkern ist eine Art von Schadensbegrenzung, weil die Leute schon allein in einer solchen belebten Strasse, wo das Haus steht, trotz der Nichtverantwortung eine Verbindung von Ruine und Handwerker herstellen … dazu ist dies natürlich auch noch Fernsehwerbung …

Die kleine Einblendung ‚Produktplatzierung‘ für kurze Zeit zeigt dann auf, wie man auch noch besonders IKEA eingebunden hat. Und Isotec

Auch wenn man Konrad Fischers „Es gibt keine aufsteigende Feuchtigkeit“ nicht folgt, so muß man schon ein sehr großes Vertrauen haben in die absolute Abdichtung durch Horizontalsperre, um darauf dann eine Trockenbauwand mit Mineralwolle zu packen, weil sich bei auch nur geringem Feuchteeintrag sich unappetitliche Entwicklungen ergeben könnten.

Dazu kommt bei der Präsentation die weitere Selektion der Wahrnehmung, weil weder Keller, Heizung, Dachdeckung (die auf dem Anbau neu aussah) noch Dachboden noch Fassaden (in den ‚gezappten‘ Phasen) thematisiert wurden und damit auch die Fragen der weiteren Kosten, möglicher Risiken durch Feuchteeintrag etc. ausgeblendet wurden … dafür wurde aber noch Dramatik inszeniert durch den bösen Dachdeckerbetrieb, der als Generalunternehmer alles anbietet und nichts geleistet hat, obwohl er bulgarische Arbeiter hatte und die Handwerker nicht bezahlt hat …

Natürlich stehen solche Anscheins-Dokumentationen (auch unter Mitwirkung der Handwerkskammer?) in der Tradition von Frauenromanen, Abenteuerromanen und Pornographie, aber der Anschein von Baurealität ist so gefährlich und schädlich, weil Erwartungen geschaffen werden, die in der Realität unzufrieden machen.

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