Warum Italien Castell Berges als ‚Italienversteher‘ braucht

Wie überall deutlich wird, daß die sogenannte Realität nur eine Ansammlung von (oft kruden) Tatsachenbehauptungen ist.

In deutscher Darstellung wurde die Austeritätspolitik trotz der Verwüstungen und der inversen Erfolge ‚verteidigt‘:
„Nach einem offenbar heftigen Wortwechsel mit dem italienischen Premier Matteo Renzi wehrte Merkel jede substanzielle Änderung am Austeritätskurs ab.“
Dies kann man isoliert sehen, aber es sind ‚Angst und Eitelkeit‘ auf deutscher Seite und ‚gekränkte Eitelkeit (es ist mehr als nur Kränkung) und Hilflosigkeit‘ auf italienischer Seite, die immer wieder agieren.

Dies gilt im industriellen Bereich genauso, was ein Grund für die Schaffung von AutoArchitekturItalien, jetzt Castell Berges war, denn ein mitleidiges Herabschauen auf Fahrer italienischer Autos war und ist ein Grund, warum italienische Autos schwerer verkauft werden in Deutschland, wobei dies weniger für Ferrari und Maserati gilt. Dies wurde deutlich bei der Ãœbernahme-Soap um Opel, wo die Russen und Magna im Vergleich zu Marchionne wie Lichtgestalten dargestellt wurden und Marchionne mit dem Pullover antwortete. Aber auch Kerakoll (nicht nur mit Biocalce),  sondern auch IMER (die jetzt noch versteckt bei den Fahrmischern existieren, nachdem ihr Kleinbaumaschinen-Versuch anscheinend auch durch fehlende Expertise im Marketing scheiterte.) und das ICE (selbst im nicht mehr gepflegten Bereich Wein) zeigen, wie schwer es ist in Deutschland mit Industrieprodukten Fuß zu fassen und der Normalfall der versteckte Einsatz von italienischen Produkten (oder chinesischen) bei Luftkompressoren im BAUHAUS oder auch dem Anschein nach die Aggregate bei Kompressoren Gieb oder die Nicht-Erwähnung (und Betonung des Gegenteils: „Alles natürlich in Deutschland hergestellt.“) von Italien bei den Agritec-Produkten von WAM.
Bei MAPEI kann man sehen, wie die Beschränkung auf die substantiell unkritischen Bereiche Fliesen, Parkett, Estrich gegenüber Risikoprojekten (S. 68 ff.) und auch noch die Abdeckung der Haftung für 5 Jahre, d.h. die Haftungszeit des Handwerkers dies ‚gerade so‘ ausbalancieren kann.

Italienische Produkte werden dann gewählt, wenn es wie bei Mode, Design, Wein, Slow Food … und Bodenbelägen nicht auf scheinbare Sicherheit ankommt und scheinbare Sicherheit ist in Deutschland so wichtig, weil wenn in Italien 4 Leute 5 Meinungen haben, dann haben 4 Leute in Deutschland 1/2 Meinung, was besonders für ‚Experten‘, für Entscheider gilt, was aber wie allein schon durch die Bankenkrise bewiesen ist, nicht vor den größten Dummheiten schützt (Sale-lease-back, ppp, Privatisierung). Nicht umsonst ist der Erinnerung nach der Käuferanteil von Frauen bei Alfa Romeo (MiTo?) sehr hoch …

Aber diese Beschränkung ist neben der deutschen Zertifizitis, der nicht tarifären Handelsbehinderung durch unendliche viele, teure Zulassungen etc., deren Reduktion ein viel größeres europäischeres Wachstum generieren würde als die (propagandistisch so genannten) Freihandelsabkommen, eine Einschränkung, weil in einem sparenden und durch Stückkostendumping erfolgreichen Deutschland die substantiellen Bereiche, die Produktion zentral sind.

Die richtige Strategie für Italien wäre ‚Improved by Germany‚, weil genauso wie manche Maschinen made in Germany in Deutschland nicht verkauft werden, aber weltweit und von Chinesen in Italien hergestellte Kleidung teuer in China verkauft wird. Dies ist Aufwertung. Dies könnte man auf der Basis von Merchant Construction, d.h. man baut mit eigenen Materialien und eigenen Entwürfen selbst oder Lieferantenkreditsystem noch fördern.

Aber dies braucht zuerst ein Ende des Versteckens und vielleicht eine Revolution, wenn Renzi nicht nur eine Hartz-IV-Maus gebiert … und man Berlusconi nicht achtet für seine Geschicktheit in der Art von Helmut Kohl … weil industrielle Intelligenz und italienisches Jugend-‚Resorgimento‘ (Systementwicklung) die Quelle dafür sein werden und nicht die etablierten Experten (und Goldmännchen?), die am liebsten nur die Höhe ihres Einkommens optimieren.

Fiat-Chrysler (FCA) hat bis auf das Lancia-Fiasko und die SRT-Wackelpartie alles richtig gemacht und die ‚Francoisierung‘ und ‚Verwesterung‘ in Verbindung mit den neuen Freiheiten (und dem Rückenwind der Pleite) haben Chrysler-Marken in den U.S.A. zu Ãœberfliegern gemacht und bei Daimler kann dies nur als ständige Erinnerung an Versagen und eigene Schwäche gesehen werden.

Und nicht umsonst hat Ferdinand Piech Italdesign gekauft, nachdem er schon Designer ‚eingekauft‘ hat, die sich bei Fiat-Marken bewiesen hatten, denn nicht nur wegen der internationalen Verflechtungen und der Aussetzung von konzerneigenen Zulieferern in den internationalen Wettbewerb und dem World Class Manufacturing (WCM), sind die technischen Unterschiede bei gleichen Preis nicht mehr so zentral (auch wenn die Auslastung und die Lohnkosten zählen), sondern das Gefühl … und da kann Italien punkten, weil jenseits von Politik und Bürokratie Pragmatismus herrscht.

Die Angst der Deutschen kann man nur mit sicherem Auftreten, mit grobem Keil auf groben Klotz, mit Penetranz eines Audi oder ‚Cetero censeo Carthaginem esse delendam‘ begegnen. Und so wäre der erste Schritt zur Aufwertung in Deutschland den Leuten die Großprojekte vorzuführen, bis sie ganz ehrfurchtsvoll schauen und Ihnen dann das normale Produkt verkaufen.

Edelbetonteil1

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